Tag 4 (12.09.2016): KOŠICE

EIN ZENTRUM MITTELEUROPÄISCHER KULTUR

Der vierte Tag der Exkursion sah ein Treffen mit Dr. Martin Pekár und Prof. Paed. Dr. Štefan Šutaj vom Historischen Institut der Philosophischen Fakultät der Universität Košice vor. Leider war Professor Šutaj verhindert, doch Doktor Pekár stellte uns ausführlich seine Abteilung, die Universität und aktuelle Forschungsvorhaben und Kooperationen vor. Anschließend kamen etwa ein Dutzend Doktorandinnen und Doktoranden des Historischen Instituts hinzu. Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Promotionsprojekte bestand die Möglichkeit eines besseren Kennenlernens und des Kontakteknüpfens in einzelnen Gesprächen. Abschluss dieses Programmpunkts bildete ein gemeinsames Mittagessen in der Mensa.

Nachmittags bekamen wir eine Führung zum jüdischen Košice. Nach dem Referat von Alla Kosova über den Holocaust in der Slowakei und in Ungarn trafen wir in der Synagoge zufällig ein deutschsprachiges Gemeindemitglied, das ursprünglich aus Kežmarok stammte. Sie erzählte uns aus ihrer Familiengeschichte, wie ihre Eltern den Holocaust überlebten und wie das ihre Familie prägte. Dieses Treffen war für viele von uns der Höhepunkt dieser Stadtführung. Um uns zu bedanken, überreichten wir ihr und unserer Stadtführerin Gastgeschenke. Dabei erfuhren wir, dass Apfelwein vor Ort als Billigfusel gilt. Das traf natürlich nicht auf unseren Hessischen Äppelwoi zu, den wir neben Gießener Bier als Geschenke auf der Exkursion dabei hatten, doch erklärte es das Zögern vieler unser Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, ihn anzunehmen.

Sonstige Informationen:

– Stadtporträt:
Die Stadtgeschichte von Košice:

Die ostslowakische Stadt Košice (deutsch Kaschau, ungarisch Kassa, romani Kascha) war 2013 neben Marseille europäische Kulturhauptstadt und ist nach Bratislava die zweitgrößte Stadt der Slowakei (Stand 2014: 239.464 Einwohner).

Košice liegt im Košicer Kessel im Tal des Flusses Hornád und wird im Westen von den Ausläufern des Slovenské rudohorie (Slowakisches Erzgebirge) und im Osten vom Gebirgszug Slanské vrchy (Sovarer Gebirge) begrenzt. Ungarn liegt in 20 Kilometern Entfernung, Ukraine und Polen in 80 bzw. 90 Kilome­tern.

Die Stadt hat das flächenmäßig größte denkmalgeschützte Stadtgebiet der Slowakei, ist außerdem Uni­versitätsstadt, Sitz des Verfassungsgerichtes und ein Zentrum der Minderheit der Roma.

Die frühere Bedeutung der Stadt, deren schriftliche Ersterwähnung aus dem Jahr 1230 stammt, lässt sich an dem Münzgoldschatz der Stadt, vor allem aber am Dom der Hl. Elisabeth ablesen. Er wurde ab 1380 etappenweise errichtet und stellt die größte Kirche der heutigen Slowakei und die östlichste go­tische Kathedrale westlichen Typs dar.

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns fiel Košice von Ungarn an die Tschechoslowakei und war im Sommer 1919 Sitz der „Slowakischen Räterepublik“. 1945 war die Stadt für kurze Zeit sogar Hauptstadt der Tschechoslowakei. In dieser Zeit wurde das „Kaschauer Programm“ über die Nachkriegsgestaltung der Tschechoslowakei verabschiedet.

[Für eine ausführlichere Darstellung siehe den Exkursionsreader, Seite 83–84.]

– Wettervorhersage:
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Košice im September:
Maximal: 20° C / Minimal: 9° C / Regentage: 10

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