Tag 11 (19.09.2016): CLUJ-NAPOCA

DER LETZTE GEMEINSAME TAG


Nach dem Frühstück, das wir dank entsprechender Coupons in der nahe gelegenen Cafeteria zu uns nehmen konnten, erwarteten uns mehrere Vertreter der Universität im Konferenzraum des Hotels. Sie stellten uns sowohl die Stadt, als auch die Universität und die einzelnenen Studiengänge der mit der Justus-Liebig-Universität kooperierenden Institute vor. Danach bekamen wir eine tolle Stadtführung, die leider durch das schlechter werdende Wetter wortwörtlich ein bisschen ins Wasser fiel. Nach dem Mittagessen war Freizeit angesetzt, die manche vor dem Abschiedsessen zum Teil dazu nutzen, um für die Abreise am nächsten Tag zu packen.

Sonstige Informationen:

– Städteporträts:
Stadtgeschichte von Cluj-Napoca

Cluj-Napoca [deutsch Klausenburg, ungarisch Kolozsvár, jiddisch Kloiznburg] liegt im Westen Siebenbürgens und ist mit 324.576 Einwohnern (Stand 2011) nach Bukarest die zweitgrößte Stadt Rumäniens. 1974 verfügte Nicolae Ceauşescu die Namensänderung von Cluj in Cluj-Napoca und verwendete dabei die Bezeichnung zweier Siedlungen auf dem heutigen Stadtgebiet. Im Jahr 108 wurde erstmals der Namen Napuca erwähnt, dagegen wurde Cluj zuerst 1173 in einer Urkunde verwendet.

Die damalige Siedlung war zu römischer Zeit Haupstadt der Provinz Dacia Porolissensis. Als solche erwähnte sie bereits der griechische Universalgelehrte Ptolomäus (etwa 100–160). Zur Zeit der Völkerwanderung und infolge des römischen Rückzugs 271 gingen ihre Bedeutung und ihre Größe jedoch stark zurück. Im Mittelalter profitierte allerdings die Neugründung der Stadt von ihrer besonderen geographischen Lage entlang alter Handelswege. Auf Betreiben des König Stephans V. (1239–1272) siedelten sich sächsische Kolonisten an, von denen der Name Kausenburg stammt. Die ungarischen Könige Karl I. (1288–1342), Sigismund von Luxenburg (1368–1437) und Matthias Corvinus (1458–1490) erweiterten immer wieder die Rechte und Privilegien der Stadt.

Von 1790 bis 1848 und von 1861 bis 1867 war Cluj-Napoca Hauptstadt des habsburgischen Großfürstentums Siebenbürgen, welches nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 ein Teil Ungarns wurde. Durch den Friedensvertrag von Trianon wurde Siebenbürgen dann 1920 Rumänien angegliedert. 1940 gelangte Nordsiebenbürgen mit Cluj auf Grundlage des Zweiten Wiener Schiedsspruchs wieder an Ungarn zurück. 1944 bis 1945 geriet Cluj infolge der deutschen Besetzung Ungarns unter direkte deutsche Verwaltung, 1947 fiel es auf Grundlage der Beschlüsse der Pariser Friedenskonferenz von 1946 an Rumänien zurück.

Den etwa 14.000 jüdischen Einwohnern des ungarischen Cluj waren bereits vor dem deutschen Einmarsch Restriktionen und Zwangsarbeit auferlegt worden, mehrere hundert Juden wurden außerdem nach Kamjanez-Podilskyi [ukrainisch Кам’янець-Подільський] deportiert und dort ermordert. Nach der Besetzung wurden 18.000 Juden aus Cluj/ Klausenburg, Gherla und Umgebung in die Vernichtungslager verschickt. 388 Klausenburger Juden blieben durch eine Vereinbarungg zwischen dem jüdischen Journalisten und Juristen Resző Kasztner und der SS von der Deportation verschont. Bis heute ist umstritten, ob man in Kasztner vor allem einen Helden sehen soll, der insgesamt 1.600 Juden rettete oder einen Kollaborateur der Nationalsozialisten.

[Für eine ausführlichere Darstellung siehe den Exkursionsreader, Seite 61f.]

– Wettervorhersage::
Monatliche Durchschnittstemperaturen und –niederschläge für Cluj-Napoca im September:
Maximal: 24 °C/ Minimal: 12 °C/ Regentage: 6

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