Tag 3 (11.09.2016): SPIŠSKÝ HRAD, ŽEHRA, SPIŠSKÁ KAPITULA, LEVOČA, KEŽMAROK UND STARÁ ĽUBOVŇA

DIE OSTSLOWAKEI UND IHR MULTIETHNISCHES/ MULTIKULTURELLES ERBE

Mit einem slowakischen Reisebus machten wir uns an Tag 3 unserer Exkursion auf den Weg zur Spišský hrad (Zipser Burg). Auf der Strecke legten wir einen kurzen Stop in Prešov ein, um Dr. Martin Pekár von der Universität Košice einzusammeln. Er begleitete uns den gesamten Tag und lieferte uns immer wieder zusätzliche Informationen und Hinweise.

Auf der Zipser Burg hielt Sebastian Müller das Referat von Oliver Hegeduess (zu dem Zeitpunkt wegen anderer Verpflichtungen noch nicht angereist) und ihm. Anschließend besichtigten wir die Burg und die dortige kleine Ausstellung.

Anschließend ging es weiter nach Žehra (Schigra). Dort, so war der Plan, wollten wir uns eine romanische Kirche mit gotischen Fresken ansehen, die im Jahr 1275 erbaut worden war. Doch als wir sie erreichten, feierte die Gemeinde gerade ihren Sonntagsgottesdienst. Deshalb sahen wir uns zunächst den Friedhof an und warteten, entschlossen uns jedoch nach einiger Wartezeit zur Weiterfahrt.

Nächster Halt auf unserer Strecke war die Kirchenstadt Spišská Kapitula (Slowakischer Vatikan). Dort befindet sich der Sitz des örtlichen Bischofs, nach dem Zweiten Weltkrieg waren dort eine Sicherheitsschule und deren Archiv untergebracht. Weil die Mittagszeit sich näherte, fuhren wir von dort weiter. Im Spišský salaš, einer Gaststätte mit „typischer“ Zipser Küche, war nämlich für uns reserviert worden.

Darauf folgend fuhren wir nach Levoča, wo uns zu Beginn Colleen Rösch ihr Referat zum historischen Städtebund Pentapolitana, bestehend aus Košice, Bardejov, Levoča, Prešov und Sabinov, hielt. Danach wurde das Städtchen individuell er­kundet, bevor es weiter nach Kežmarok ging. Dort gab uns Herr Pekár eine kurze Einführung, die evangeli­sche Holzkirche, die wir dort besuchen wollten, war jedoch verschlossen, sodass wir dort nur die Stadtburg besichtigen konnten.

Anschließend ging die Fahrt nach Košice über Stará Ľubovňa zurück, um dort in einem relativ kurzen Aufenthalt auf Spurensuche des Wiedergängers Michał Kasparek zu gehen. Dessen Geschichte war zuvor Thema des Referats von Professor Bohn über Vampirismus gewesen. Zwar wurde etwas scherzhaft ein Preis für diejenige oder denjenigen ausgelobt, der eine Spur des Vampirs fand (und tatsächlich gab es auch zum Teil sehr kreative Ansätze und Ideen), doch ein eindeutiger Nachweis gelang nicht.


Sonstige Informationen:


– Textempfehlungen:
von Sebastian Müller und Oliver Hegedues zur Zipser Burg:

Wenzel Merklas: Das Zipserhaus. In: Mittheilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung der Erhaltung der Baudenkmale. X. Jahrgang. Wien 1865, S.151–167.

von Colleen Rösch zur Pentapolitana:

Andrej Hajduk: Die Confessio Pentapolitana. In: Lutherische Kirche in der Welt. Jahrbuch des Martin-Luther-Bundes. Folge 29. Erlangen 1982, S.139–149.


– Kurze Städteporträts:
Stadtgeschichte von Levoča:

Levoča (deutsch Leutschau, ungarisch Lőcse) ist eine Stadt in der Region Spiš (Zips) im Norden der Slowakei mit knapp 15.000 Einwohnern (Stand 2001). Wegen ihrer gut erhaltenen Altstadt wurde sie 2009 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommnen. Levoča hat außerdem die zweitgrößte Kirche der Slowakei, in der der höchste spätgotische Hochaltar der Welt steht.

An der Stelle älterer slawischer Siedlungen entstand im 13. Jahrhundert durch deutsche Kolonisten die heutige Stadt, die 1271 Hauptstadt der Provinz der Zipser Sachsen wurde. Aufgrund ihrer günstigen geographischen Lage entlang wichtiger Handelswege entwickelte sie sich zu einer reichen Handelsstadt (hier zu nennen sind u.a. die Familie Thurzo und der Kupferhandel) wobei sie mit Kežmarok im Wettstreit um die Führungsposition stand. Levoča gehörte zu den Hauptorten der Renaissance und des Humanismus in Ungarn, später war es Zentrum der Reformation in Nordungarn./font>

Die antihabsburgischen Aufstände der Rákóczis Ende des 16. und im 17. Jahrhundert beendeten den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Im 19. Jahrhundert war es ein kleines Zentrum der slowakischen Nationalbewegung und wurde nach dem Zerfall Österreich-Ungarns tschechoslowakisch.

[Für eine ausführlichere Darstellung siehe den Exkursionsreader, S.101f.]

Stadtgeschichte von Kežmarok:

Kežmarok (deutsch Käsmark/ Kesmark, ungarisch Késmárk, in Zipser Mundart Kejsenmark) hat etwas mehr als 17.000 Einwohner (Stand 2001) und ist einer der Hauptorte der Oberzips. Ihre historische Altstadt steht seit 1950 unter Denkmalschutz. Die Siedlung der Zipser Sachsen, die ihrem Namen ihrem Käsemarkt verdankt, erhielt 1269 durch den ungarischen König das Stadtrecht und wuchs bald danach mit einem slowakischen Fischerdorf und einer ungarischen Grenzwache zusammen.

1440 wurde Kežmarok Sitz der Zipser Gespanschaft und damit Verwaltungszentrum. 1463 begann man auf den Ruinen der mittelalterlichen Siedlung St. Elisabethen mit dem Bau einer Stadtburg auf städtischem Gebiet, um die Stadt zusätzlich zur seit 1348 bestehenden Stadtmauer bei kriegerischen Auseinandersetzungen zu schützen.

Kežmarok hatte eine bedeutende Tradition der Tuch- und Leinweberei, deren Erzeugnisse bis nach Griechenland und Albanien verkauft wurden. Die große Zahl an Zünften, zu Hochzeiten an die vierzig Stück, belegen die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt, die außerdem jahrhundertelang als Zentrum deutschsprachiger Kultur auf dem Gebiet der heutigen Slowakei galt.

[Für eine ausführlichere Darstellung siehe den Exkursionsreader, S.79f.]

Stadtgeschichte von Stará Ľubovňa:

Stará Ľubovňa (deutsch Lublau/ Altlublau, ungarisch Ólubló/ älter auch Lubló) ist eine nordostslowakische Stadt mit etwas mehr als 16.300 Einwohnern (Stand: 2011)und eine der ältesten Städte der Zipser Region. Ihre erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1292.

Stará Ľubovňa war 1412 eine von 13 Zipser Städten, die der ungarische König an den polnischen König verpfändete. Über 360 Jahre blieb die Stadt ein polnisches Pfand, erst mit der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 kam das Gebiet vollständig zum Königreich Ungarn zurück.

Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich Juden in der Stadt an und gründeten eine Gemeinde. Bis 1940 wuchs sie auf 334 Mitglieder, der Großteil von ihnen wurde 1942 nach Ausschwitz, Majdanek und Lublin deportiert. Die übrigen Personen wurden 1944 erschossen, nur 37 von ihnen konnten fliehen.

In der Nachkriegszeit befand sich in Stará Ľubovňa ein Sammellager für Karpatendeutsche.

[Für eine ausführlichere Darstellung siehe den Exkursionsreader, S.341f.]

– Wettervorhersagen:
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge im September:

– für Levoča: Maximal: 18° C / Minimal: 6° C / Regentage: 6
– für Kežmarok: Maximal: 18° C / Minimal: 6° C / Regentage: 12
– für Stará Ľubovňa: Maximal: 17° C / Minimal: 6° C / Regentage: 14

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